Mauersegler

© M. Loner

Er ist mit den Schwalben nicht verwandt, sondern gehört zur Familie der Segler. Das Gefieder des Mauerseglers ist einheitlich schwarzbraun gefärbt, nur die Kehle ist hell. Charakteristisch ist das Flugbild, das besonders durch die langen, sichelförmigen Flügel und den kurzen, gegabelten Schwanz gekennzeichnet ist.

Häufig zu hören sind die arttypischen Rufe, meist ein schrilles „srie, srie“. Bemerkenswert ist die extreme Anpassung dieser Vögel an den Luftraum. Sie verbringen außerhalb der Brutsaison die meiste Zeit ununterbrochen in der Luft. Besonders nach Schönwettertagen kann es dazu kommen, dass sie fliegend übernachten, indem sie sich in hohen, wärmeren Luftschichten treiben lassen. Die Nahrung des Mauerseglers besteht hauptsächlich aus fliegenden Insekten, daneben werden auch Spinnen erbeutet.

Nistökologie: Der Mauersegler brütet in höheren Gebäuden wie Kirchen, Burgen, Fabriken oder Bahnhöfen, aber auch in Wohnhäusern. Daher finden sich die meisten Brutplätze innerhalb von Ortschaften und Städten. Als Einflugstellen dienen Spalten unter Dächern und Löcher, durch die er ins Innere des Dachstuhls oder Mauerwerks gelangt. Der Mauersegler zeigt hohe Nistplatztreue, daher wird das Nest meist nur ausgebessert. Als Nistmaterial werden im Flug Federn, Gräser oder Knospenhüllen gesammelt, die mit Speichel befeuchtet und zu einem flachen Nestring zusammengeklebt werden. So wird das Wegrollen der Eier verhindert. Bemerkenswert sind die Ausweichbewegungen des Mauerseglers bei Schlechtwetterperioden. Die Vögel entfernen sich teilweise mehrere Tage vom Brutrevier. Die Jungen fallen dann in eine Art Hungerschlaf, bei dem Körpertemperatur, Atemfrequenz und somit auch der Energieverbrauch erheblich gesenkt werden. Auf diese Weise können sie bis zu einer Woche überdauern, der Gewichtsverlust kann dabei bis zu 60 % betragen (Bezzel 1995).

Zugverhalten: Der Wegzug des Mauerseglers beginnt in der Regel Ende Juli/Anfang August und dauert bis spätestens Ende September. Bei günstiger Wetterlage, d.h. Schönwetter und Rückenwind, werden die Alpen in großer Höhe überflogen. Bei Westwind hingegen fliegen Segler sehr tief und werden z.T. durch Alpentäler und -pässe kanalisiert. Sie ziehen in Richtung Südwesten durch Mitteleuropa, Südfrankreich, Spanien und Nordafrika. Nach der Überquerung der Sahara erreichen sie ihre Winterquartiere, die sich bis nach Südafrika erstrecken. Im Gegensatz zu den Schwalben werden von Mauerseglern besonders die Lufträume über Regenwäldern und Feuchtsavannen zur Nahrungsaufnahme genutzt. Der Rückzug beginnt im April, sodass die ersten Exemplare Mitte bis Ende April in Mitteleuropa eintreffen.