Gartenrotschwanz
Vogel des Jahres 2011
Status: Sommervogel, regelmäßig brütend, nicht häufig und nur lückenhaft verbreitet.
Verbreitung: Der Gartenrotschwanz ist in allen Talschaften Vorarlbergs verbreitet, aber im Gegensatz zu den 1980er Jahren nur mehr sehr spärlich. Die Höhenverbreitung reicht bis zur oberen montanen Höhenstufe, vereinzelt bis in den subalpinen Raum.
Lebensraum: Seinem Namen entsprechend zählen naturnahe Hausgärten, alte Obstgärten und Parks zu den am häufigsten gewählten Lebensräumen des Gartenrotschwanzes. Er kommt aber auch in den Randlagen lichter höhlenreicher Laub- und Mischwälder vor, ebenso am Rand trockener alter Föhrenwälder. Für die Ernährung und Aufzucht der Jungen beansprucht er neben Spinnen, vor allem Larven von Insekten wie Zweiflüglern, Schmetterlingen und Käfern.
Bestandsentwicklung: Bis Mitte der 1950er Jahre war der Gartenrotschwanz noch ein häufiger Sommervogel. In der Folge gingen die Bestände in besorgniserregendem Maß zurück und hatten Ende der 1980er Jahre bereits ein niedriges Niveau. Besonders drastisch zeigte sich der Rückgang infolge der Intensivierung der Landwirtschaft in den 1990er Jahren. So wurden im Raum Ludesch-Thüringen im Walgau 1987 noch 13 Reviere gezählt, 1998 waren nur mehr sechs besetzt. In Wald am Arlberg waren bei einer Erhebung 1992 noch fünf Brutreviere auf 20 ha besetzt, 1998 gab es im selben Gebiet nur noch eine erfolgreiche Brut. In den letzten zehn Jahren blieben die Bestände auf tiefem Niveau einigermaßen stabil.
Gefährdung und Schutz: Neben der bekannten Gefährdung auf dem Zugweg ins Winterquartier und dort selbst, spielt die Lebensraumveränderung im Brutgebiet eine bedeutende Rolle. Der drastische Schwund alter Obstgärten, sei es durch die Ausweitung des Siedlungsraumes oder durch die angeordneten Rodungsaktionen wegen des Feuerbrandes hat viele Reviere gekostet. Infolge der viel zu frühen Mahdtermine sind die artenreichen blühenden Wiesen als Nahrungsgrundlage für Schmetterlinge und andere Insekten weitgehend verschwunden. Das betrifft auch die verbliebenen Obstgärten, die zu oft gedüngt und gemäht werden. Wo in Hausgärten Nisthilfen angeboten werden, fehlt oft durch die ständige Rasenpflege und die Ausmerzung von Unkräutern das vielfältige Angebot an Insekten, das der Gartenrotschwanz zur Aufzucht von Jungen braucht. Die größte Gefährdung frisch ausgeflogener Jungvögel sind die vielen Hauskatzen, die Gärten und Obstwiesen durchstreifen und auch auf Bäume klettern.
R. Kilzer
