Rotmilan
Status: Sommervogel, lokal verbreiteter spärlicher Brutvogel, Durchzügler
und Wintergast.
Verbreitung: Die ersten sporadischen Brutnachweise von 1967 und 1971 sowie die regelmäßigen Bruten von 1996 bis 2002 stammen alle aus dem Raum Bludesch-Schlins-Satteins im Walgau. Von 2003 bis 2008 hat sich das Brutvorkommen in Vorarlberg auch über das Rheintal, das Pfändergebiet nördlich von Bregenz und bis in den Vorderen Bregenzerwald ausgedehnt. Die Höhenverbreitung erreicht am Hochberg im Pfändergebiet mit 1070 m Seehöhe die Obergrenze. Über höher gelegenen Bergrücken jagende Vögel sind auf Nahrungssuche oder auf dem Zugweg.
Lebensraum: Der Rotmilan ist weniger an den Auwald gebunden als der Schwarzmilan, jagt aber auch an Gewässern. Er bewohnt vor allem reich strukturierte Landschaften mit Wiesen, Äckern und Feldgehölzen und brütet meist in lichten Mischwäldern mit hohem Nadelholzanteil. Als Nistbäume wurden einmal die Buche und in der Mehrheit Fichten nachgewiesen. Ein Nest mit Jungvögeln befand sich auf dem Mast einer Hochspannungsleitung. Wie es vom Schwarzmilan bekannt ist, sucht auch der Rotmilan gemeinsame Schlafplätze auf.
Die besten Nahrungsquellen bilden Mähwiesen und Viehweiden, aber auch Gewässer, Mülldeponien und Verkehrswege. Als Nahrungsopportunist erbeutet er Kleinsäuger, Vögel und Fische, nimmt aber auch gern Aas auf. So findet er auf frisch gemähten Wiesen regelmäßig Mahdopfer. Regennasse kurzrasige Wiesen werden auch nach Regenwürmern abgesucht.
Bestandsentwicklung: Der Rotmilan war bis in die 1980er Jahre in Vorarlberg nur sporadischer Brutgast. Erst in den 1990er Jahren hat er sich von einem Brutplatz im Walgau ausgehend zum regelmäßigen Brutvogel entwickelt. Auf Sommerbeobachtungen im ganzen Rheintal und im Pfändergebiet folgten ab 2003 dort auch Brutnachweise und im Sommer 2006 bereits Paare und schließlich Familien im Gebiet Hittisau – Sibratsgfäll.
Gefährdung und Schutz: Gefährdung droht durch Einsatz von Pestiziden und durch Auslegen von Giftködern. In der Umgebung von Horsten sollten zur Brutzeit Störungen durch Waldarbeiten und Jagdbetrieb vermieden werden. Die Erhaltung von Landschaftselementen wie Hecken und Feldgehölze mit ihrer vielfältigen Kleintierwelt sichert dem Rotmilan günstige Nahrungsquellen.
R. Kilzer
