Frühe und späte Bruterfolge

M. Granitza

Die phänologischen Daten die auf Vogelbeobachtungen im Jahreslauf zurückgehen, sind Jahr für Jahr verschieden, weil sie von Witterungseinflüssen wie Niederschlagsmengen und Temperaturschwankungen abhängig sind.

Der überdurchschnittlich sonnige März 2011 hat Vögel in unserer Region zu extrem frühem Brüten angeregt. Wir ersuchen daher, uns erste Nachweise von Nestbau, fütternden Altvögeln und flüggen Jungen auch von häufigen Arten zu melden! Auch der Beginn von Zweitbruten wird interessant sein!

Steinadlermonitoring Vorarlberg

E. Schuchter

Der Steinadler ist in den Gebirgsregionen Vorarlbergs südlich der Linie Drei Schwestern – Hoher Freschen – Sibratsgfäll verbreitet. Seine Reviere sind mit durchschnittlich 60 km² relativ groß und weisen jeweils mehrere Horststandorte auf. Er zählt nach der „Roten Liste Vorarlbergs“ zu den gefährdeten Brutvogelarten und ist insbesondere durch den zunehmenden Freizeit- und Hubschrauberbetrieb bedroht. Eine wichtige Rolle spielt auch das Nahrungsangebot - im Winter durch Lawinen verunglücktes Fallwild, im Sommer der Murmeltierbestand.

Die Chance, bei einer Bergtour einen fliegenden Steinadler zu beobachten, ist im genannten Verbreitungsgebiet für jedermann relativ groß. Um Nachweise von besetzten Horsten und erfolgreichen Bruten zu erbringen, bedarf es aber guter Kenntnisse der Lebensweise und des Lebensraumes dieses sehr vorsichtigen und scheuen Brutvogels der Alpen.

Mit der Einrichtung eines Steinadler-Monitorings wollen wir erkunden, wie der Steinadler mit der stetig zunehmenden vielfältigen Nutzung unserer Gebirgslandschaft zurecht kommt und wie es um den Bruterfolg der Paare und damit um die Zukunft des Steinadlerbestandes in Vorarlberg steht.

Der Plan sieht vor, dass im ganzen Verbreitungsgebiet Zufallsbeobachtungen gesammelt werden und fachkundige Beobachter in besetzten Revieren mit viel Zeitaufwand das Brutgeschehen und die Aufzucht der Jungen verfolgen und dokumentieren. Die Ergebnisse sollen Aufschluss über den aktuellen Istzustand der Population und mögliche Gefährdungsursachen geben.